Hexensabbat an der Börse: Was passiert am großen Verfallstag?
Am sogenannten Hexensabbat verfallen gleichzeitig mehrere Arten von Derivaten. Dadurch können Handelsvolumen, Positionsanpassungen und kurzfristige Kursbewegungen deutlich zunehmen.
Was ist der Hexensabbat?
Als Hexensabbat wird im deutschsprachigen Börsenumfeld meist der große Verfallstag bezeichnet. An diesem Tag laufen Futures und Optionen auf Indizes sowie Optionen auf einzelne Aktien aus. Marktteilnehmer schließen, rollen oder hedgen Positionen, was zu besonders hohem Handelsvolumen führen kann.
Welche Produkte verfallen?
- Index-Futures
- Index-Optionen
- Aktienoptionen
Je nach Börse und Produkt können die genauen Abrechnungszeiten unterschiedlich sein.
Warum bewegt sich der Markt?
Market Maker, Fonds und institutionelle Händler passen Positionen an. Das kann kurzfristig zusätzliche Käufe oder Verkäufe erzeugen, insbesondere nahe wichtiger Ausübungspreise.
Wann findet der Hexensabbat statt?
Der große Verfallstag liegt typischerweise viermal im Jahr – im März, Juni, September und Dezember. Deshalb ist das Suchinteresse genau in diesen Monaten besonders hoch.
| Monat | Typischer Fokus | Warum interessant? |
|---|---|---|
| März | Quartalsverfall | erster großer Verfall des Jahres |
| Juni | Halbjahresphase | Portfolio- und Futures-Rolling |
| September | Spätsommer/Quartal | überlappt mit saisonal oft beachteter Septemberphase |
| Dezember | Jahresende | überlappt mit Rebalancing und Jahresendrally |
Was kann am Hexensabbat passieren?
Höheres Volumen
Viele Kontrakte werden geschlossen oder in spätere Laufzeiten gerollt.
Kurzfristige Volatilität
Kursbewegungen können rund um Abrechnungszeiten sprunghafter werden.
Pinning
Kurse können sich zeitweise in Richtung stark besetzter Ausübungspreise bewegen, ohne dass dies garantiert wäre.
Hexensabbat ist kein festes Richtungssignal
Ein häufiges Missverständnis ist, dass der große Verfallstag automatisch bullisch oder bearish sei. Der Verfall erzeugt vor allem Positions- und Liquiditätseffekte. Die Richtung hängt von der Positionierung und dem Marktumfeld ab.
Was man beobachten kann
- Volumenanstieg
- stärkere Intraday-Schwankungen
- ungewöhnliche Bewegungen nahe Abrechnung
- Reversal nach dem Verfall
Was man nicht annehmen sollte
- der Markt steigt immer
- der Markt fällt immer
- jeder Hexensabbat sieht gleich aus
- ein einzelner Tag beweist ein saisonales Muster
Wie lässt sich der Hexensabbat saisonal analysieren?
Statt nur den Verfallstag selbst anzusehen, lohnt sich ein Fenster rund um den Termin: einige Handelstage davor, der Verfallstag und die Tage danach.
Mögliche Fenster
- 5 Handelstage vor Verfall bis Verfall
- Verfallstag bis 5 Handelstage danach
- komplette Verfallswoche
Wichtige Kennzahlen
- Durchschnittsrendite
- Trefferquote
- Median
- bestes und schlechtestes Jahr
Verfallsfenster selbst testen
Wähle DAX, S&P 500 oder eine Aktie und markiere das gewünschte Zeitfenster im Seasonality-Dashboard.
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Häufige Fragen
Wie oft ist Hexensabbat?
Typischerweise viermal pro Jahr: im März, Juni, September und Dezember.
Ist der Hexensabbat gefährlich?
Er kann kurzfristig mehr Volatilität und Volumen bringen, ist aber kein automatisch „gefährlicher“ Börsentag.
Warum heißt er Hexensabbat?
Der Begriff ist eine bildhafte Bezeichnung für das Zusammentreffen mehrerer Verfallstermine.
Kann man daraus eine Strategie bauen?
Nur nach gründlicher historischer Prüfung. Ein Verfallstag allein liefert kein zuverlässiges Richtungssignal.
Derivate-Verfall und historische Saisonalität sind keine Anlageempfehlung.