Funktioniert „Sell in May“ auch beim DAX?
Die Regel stammt nicht speziell aus dem deutschen Markt. Deshalb sollte sie beim DAX separat geprüft werden – mit derselben Methodik, aber eigenen historischen Daten.
Warum der DAX anders reagieren kann
Der DAX enthält große deutsche Unternehmen mit hoher Exportorientierung. Währung, europäische Konjunktur und branchenspezifische Gewichte können dazu führen, dass saisonale Muster anders aussehen als im S&P 500.
Exportabhängigkeit
Globale Nachfrage und Wechselkurse spielen eine große Rolle.
Indexstruktur
Industrie, Chemie, Auto und Finanzwerte können saisonale Profile beeinflussen.
Europa-spezifische Faktoren
EZB, regionale Feiertage und Konjunkturzyklen unterscheiden sich vom US-Markt.
Welche DAX-Zeitfenster sollte man testen?
| Fenster | Was es prüft |
|---|---|
| 1. Mai–31. Oktober | klassische Sell-in-May-Definition |
| 1. November–30. April | Gegenperiode / Halloween-Effekt |
| Mitte Mai–Ende September | engeres Sommerloch |
| August–September | historisch oft schwächere Spätsommerphase |
Trefferquote ist beim DAX besonders wichtig
Ein durchschnittlich schwaches Sommerhalbjahr kann durch wenige große Verlustjahre entstehen. Deshalb sollte man prüfen, wie viele Jahre tatsächlich negativ waren.
Wenn die Quote niedrig ist
Dann könnte ein negativer Durchschnitt hauptsächlich von wenigen Krisenjahren stammen.
Wenn Quote und Median schwach sind
Dann spricht mehr dafür, dass die Schwäche breiter über die Stichprobe verteilt war.
Sell in May und DAX-Jahresendrally
Die Gegenperiode November bis April umfasst mehrere bekannte saisonale Themen: Halloween-Effekt, Jahresendrally, Weihnachtsrally und Januar-Effekt. Diese Effekte sollten nicht doppelt gezählt, sondern als überlappende Kalenderphasen verstanden werden.
Sommerhalbjahr
Prüft, ob Mai bis Oktober unterdurchschnittlich war.
Winterhalbjahr
Prüft, ob November bis April tatsächlich stärker war – und ob die Stärke gleichmäßig oder nur rund um Jahresende konzentriert war.
DAX direkt analysieren
Der Deep-Link öffnet den DAX bereits im Dashboard. Von dort kannst du das klassische Fenster und eigene Varianten markieren.
Mai–Oktober beim DAX testen
Vergleiche 10, 20 und 25 Jahre und prüfe die Einzeljahre.
Häufige Fragen
Ist der DAX im Sommer immer schwach?
Nein. Saisonale Durchschnittswerte schließen starke Sommerjahre nicht aus.
Ist der September beim DAX besonders wichtig?
Der September wird häufig als schwache Phase untersucht, sollte aber separat mit aktueller Datenbasis geprüft werden.
Kann ich statt Mai–Oktober ein anderes Fenster wählen?
Ja. Genau das ist sinnvoll, um zu prüfen, ob ein Effekt robust oder nur an einer festen Definition hängt.
Was ist besser: DAX oder S&P 500?
Keiner ist „besser“. Sie sind unterschiedliche Märkte und sollten separat analysiert werden.