Warum Rendite allein für einen Monatsvergleich nicht reicht
Ein seriöser Vergleich von Börsenmonaten braucht mehrere Kennzahlen. Erst Durchschnitt, Median, Trefferquote, Extremjahre und Stichprobengröße zusammen zeigen, wie stabil ein saisonales Muster tatsächlich ist.
Die fünf wichtigsten Kennzahlen
| Kennzahl | Was sie zeigt | Beispiel für Fehlinterpretation |
|---|---|---|
| Durchschnitt | mittlere Rendite | ein Extremjahr zieht den Wert stark nach oben |
| Median | mittlere Beobachtung | extreme Chancen oder Risiken werden weniger sichtbar |
| Trefferquote | Anteil positiver Jahre | viele kleine Gewinne können wenige große Verluste verdecken |
| Best/Worst Year | historische Spannweite | Extremwerte werden fälschlich als wahrscheinlich betrachtet |
| Sample Size | Anzahl Jahre | zu kleine Stichprobe wirkt aussagekräftiger als sie ist |
Durchschnitt und Median: ein einfaches Beispiel
Angenommen, ein Monat erzielte in fünf Jahren +1 %, +1 %, +1 %, +1 % und +16 %. Der Durchschnitt liegt bei +4 %, der Median aber nur bei +1 %. Das zeigt, wie ein einziges starkes Jahr den Durchschnitt verändern kann.
Wann der Durchschnitt nützlich ist
Er berücksichtigt die Größe aller Bewegungen und ist damit wichtig für die Frage, wie hoch die mittlere historische Rendite tatsächlich war.
Wann der Median hilft
Er zeigt besser, wie das „typische“ Jahr aussah. Große Ausreißer haben deutlich weniger Einfluss.
Trefferquote richtig lesen
Eine Trefferquote von 70 % klingt stark. Aber ohne Renditeverteilung sagt sie nicht, ob die positiven Jahre groß genug waren, um die negativen Jahre auszugleichen.
Hohe Quote, kleine Gewinne
Kann attraktiv wirken, obwohl seltene Verlustjahre einen großen Teil der Gewinne auslöschen.
Niedrigere Quote, große Gewinne
Kann trotz weniger positiver Jahre einen hohen Durchschnitt erzeugen.
Quote + Median
Zusammen liefern beide Kennzahlen ein deutlich robusteres Bild.
Monate oder freie saisonale Fenster?
Kalendermonate sind praktisch, weil sie leicht vergleichbar sind. Für echte saisonale Forschung sind frei wählbare Start- und Enddaten jedoch oft aussagekräftiger.
Monatsvergleich
Gut für schnelle Übersicht, Ranking und einfache SEO-Fragen wie „bester Börsenmonat“.
Exaktes Fenster
Gut für Hypothesen wie „15. Oktober bis 20. Dezember“ oder „letzter Handelstag im Monat bis fünfter Handelstag des Folgemonats“.
Vergleich im Chart durchführen
Wähle dein Wertpapier, markiere ein Zeitfenster und prüfe die historischen Einzeljahre direkt.
Häufige Fragen
Welche Kennzahl ist die wichtigste?
Keine einzelne Kennzahl reicht aus. Durchschnitt, Median, Trefferquote und Einzeljahre sollten gemeinsam betrachtet werden.
Wie viele Jahre braucht eine gute Statistik?
Mehr Beobachtungen sind grundsätzlich hilfreich. Trotzdem sollte zusätzlich geprüft werden, ob ein Muster auch in jüngeren Teilperioden noch sichtbar ist.
Warum verändern sich Monatsrankings?
Neue Jahre kommen hinzu, alte fallen aus dem Lookback heraus und Marktstrukturen verändern sich. Deshalb sind Rankings keine unveränderlichen Eigenschaften eines Marktes.
Kann man zwei Aktien direkt vergleichen?
Ja, allerdings sollte dasselbe Kalenderfenster und derselbe historische Zeitraum verwendet werden, damit der Vergleich sinnvoll bleibt.